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Osman Engin | Lesung am 25.Februar 2026

Der Schriftsteller und Satiriker Osman Engin liest aus seinen Kurzgeschichten

Am 25.Februar 2026 um 19:00 Uhr

Im ZIS-Vegesack, Gerhard-Rohlfs-Straße 16/Passage, 28757 Bremen

Teilnahme nur mit Anmeldung bis 18.02.2026 bitte an: verwaltung@zis-tdi.de

Zur Einstimmung ein kurzes Interview mit Osman Engin:

Gudrun/ZIS: Hallo Osman,

du hast beim Neujahrsempfang im ZIS-Vegesack mit Ali Eliş verabredet, am 25.Februar 2026 eine Lesung beim ZIS in Vegesack durchzuführen. Was hat dich dazu veranlasst – außer dass dir danach ein Essen versprochen wurde?

Osman: Ich habe vor genau 40 Jahren meine erste Lesung im Bürgerhaus in Vegesack gemacht. Ich wollte am 25. Februar nach der Lesung im Restaurant dieses Jubiläum feiern.

Gudrun/ZIS: Ali und du, ihr kennt euch ja schon seit den 80ger Jahren, aber vielleicht kennen dich nicht alle Menschen, die am 25.2. zu deiner Lesung kommen. Wie sollen wir dich vorstellen? Was sollten wir an dieser Stelle über dich erzählen? Was ist dir wichtig?

Osman: Die wichtigste Entscheidung über mein Leben hatte wohl meine Frau Eminanim, die zweitgrößte Nervensäge des Mittleren Orients, getroffen, als sie vor vielen, vielen Jahren sagte: „Osman, das bisschen Geld was du in Halle 4 verdienst reicht hinten und vorne nicht. Deshalb habe ich dir einen 1-Mark-Job besorgt. Ab sofort wirst du Schriftsteller! Dafür hast du alle Qualifikationen: Du kannst nicht lesen, du kannst nicht schreiben und du hast null Fantasie. Aber dumm rumschwätzen, das konntest du schon immer gut!“ Wie immer hat Eminanim recht behalten.

Gudrun/ZIS: Du schreibst nur auf Deutsch, obwohl du auch perfekt Türkisch kannst. Was kannst du uns zum Thema Zweisprachigkeit oder Mehrsprachigkeit sagen? – Oder warum hast du dich für Deutsch entschieden?

Osman: Ich wurde zum Deutschschreiben gezwungen, weil alle Verlage, Zeitschriften und Radiosender von mir Geschichten auf Deutsch haben wollten. Nicht nur ich, in Deutschland werden leider viele Autoren brutal gezwungen auf Deutsch zu schreiben, weil die Verlage sich sonst weigern, das Geschriebene zu veröffentlichen.

Gudrun/ZIS: Woher nimmst du die Ideen für deine Geschichten? Hast du Lieblingsthemen? Planst du Schreibprojekte? Wie können wir es uns als Laien vorstellen, wie eine Geschichte oder ein ganzes Buch entsteht?

Osman: Eine Geschichte oder ein Buch kann leider nur dadurch entstehen, wenn man sich viel Zeit nimmt, sich hinsetzt und stundenlang schreibt und das Geschriebene über mehrere Tage mindestens zehn Mal überarbeitet, obwohl man in dieser Zeit viel schönere und aufregendere Sachen hätte machen können. „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“, stellte bereits Karl Valentin vor langer Zeit so treffend fest.

Gudrun/ZIS: Wo und wann können wir mehr von dir hören und lesen, wenn du gerade nicht beim ZIS liest?

Osman: Außer beim ZIS lese ich nicht. Zumindest nicht in Bremen. Außerdem könnte ich meine Bücher vorschlagen, wenn man unbedingt was von mir lesen möchte. Oder auch die TAZ. Die veröffentlichen regelmäßig meine Geschichten unter der Rubrik „Alles Getürkt“.

Vielen Dank für das Interview!

Das Interview führte Gudrun Münchmeyer-Eliş